Darf man in Leipzig eine Drohne fliegen? — Regeln und Zonen (2026)

Kurze Antwort: Ja, in Leipzig ist Drohnenfliegen erlaubt und im Vergleich zu anderen Großstädten sogar vergleichsweise gut möglich. Der Flughafen LEJ liegt nördlich außerhalb des Zentrums, und das Neuseenland im Süden bietet attraktive Fluggebiete. Dennoch gelten die üblichen Regeln: LBA-Registrierung, Versicherung und Beachtung der geografischen Zonen nach LuftVO §21h sind Pflicht.

EU-Drohnenrecht in Sachsen

Leipzig unterliegt der EU-Durchführungsverordnung 2019/947 und der deutschen LuftVO. Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) ist die zuständige Behörde. In Sachsen gelten keine abweichenden Landesverordnungen für Drohnen, sodass die bundesweiten und europäischen Regeln vollständig greifen.

Die offene Kategorie mit den Unterkategorien A1, A2 und A3 deckt die meisten Freizeit- und viele gewerbliche Flüge ab. Die Registrierung auf lba-openuav.de kostet €20 für Privatpersonen und €50 für Unternehmen. Der A1/A3-Kompetenznachweis (€25 LBA) und bei Bedarf der A2-Kenntnisnachweis (€200 bis €890 plus €30 LBA) sind die erforderlichen Qualifikationen.

Flughafen Leipzig/Halle (LEJ)

Der Flughafen Leipzig/Halle (LEJ) liegt etwa 20 km nordwestlich des Leipziger Stadtzentrums — deutlich weiter entfernt als die Flughäfen vieler anderer deutscher Großstädte. Die Kontrollzone überdeckt daher primär die nördlichen Vororte und das Umland, nicht aber das Stadtzentrum.

Im 1,5-km-Radius um den Flughafenreferenzpunkt gilt absolutes Flugverbot. Die erweiterte Kontrollzone umfasst Schkeuditz und angrenzende Gebiete. Beachten Sie, dass LEJ auch ein großer Frachtflughafen ist (DHL-Hub) — der Flugbetrieb findet rund um die Uhr statt, was die Kontrollzone permanent aktiv hält.

Eine DFS-Freigabe ist für jeden Flug innerhalb der Kontrollzone erforderlich. Im Leipziger Zentrum und im Süden der Stadt sind Sie in der Regel außerhalb der Kontrollzone — prüfen Sie dies aber stets aktuell über die DFS-App.

Messe Leipzig und Red Bull Arena

Die Neue Messe Leipzig im Norden der Stadt liegt näher am Flughafen und kann in die Kontrollzone fallen. Bei Großveranstaltungen werden zusätzlich temporäre Flugverbotszonen (NOTAM) eingerichtet. Die Red Bull Arena — Heimstadion von RB Leipzig — ist bei Spielen und Events eine temporäre Sperrzone. Über Menschenansammlungen ist das Fliegen in der offenen Kategorie grundsätzlich verboten.

Neuseenland: Leipzigs Drohnen-Paradies

Das Leipziger Neuseenland im Süden der Stadt — entstanden aus ehemaligen Braunkohle-Tagebauen — bietet einige der besten Drohnenflug-Möglichkeiten in einer deutschen Großstadt. Die weitläufigen Seenlandschaften mit dem Cospudener See, Markkleeberger See und Zwenkauer See liegen außerhalb der LEJ-Kontrollzone und bieten offene Flächen für die Unterkategorie A3.

Beachten Sie jedoch die Naturschutzgebiete und Vogelschutzflächen rund um die Seen. An Badestränden und bei Veranstaltungen gelten die üblichen Abstandsregeln. Informieren Sie sich bei der zuständigen Naturschutzbehörde über aktuelle Einschränkungen.

Leipziger Innenstadt und Parks

Die Leipziger Innenstadt mit Augustusplatz, Thomaskirche und Altem Rathaus ist als verdichtetes urbanes Gebiet für Drohnenflüge in der offenen Kategorie A3 ungeeignet (150 m Abstandsregel). A1 und A2 erfordern entsprechende Drohnenklassen und Kompetenznachweise.

Der Clara-Zetkin-Park und das Rosental im Norden bieten zwar Grünflächen, sind aber als Erholungsgebiete mit hoher Frequentierung ebenfalls eingeschränkt. Der Auenwald — Leipzigs einzigartiges innerstädtisches Auwald-Gebiet — steht unter Naturschutz.

Versicherungspflicht und Strafen

Die Versicherungspflicht gilt ausnahmslos für alle Drohnen in Deutschland. Auch Sub-250-g-Modelle ohne Kamera benötigen eine Drohnen-Haftpflichtversicherung. Verstöße gegen die Drohnenvorschriften werden nach LuftVG §§58, 59 mit Bußgeldern bis €50.000 geahndet. Strafrechtliche Konsequenzen nach StGB §§315, 315a sind bei Gefährdung des Luftverkehrs möglich.

Tipps für Drohnenpiloten in Leipzig

Leipzig bietet dank der günstigen Flughafenlage und des Neuseenlands bessere Bedingungen als viele andere Großstädte. Nutzen Sie die DFS-App und das Geo-Zonen-Portal des LBA vor jedem Flug. Das Neuseenland und die ländlichen Gebiete östlich und südlich der Stadt sind die besten Startpunkte. Für gewerbliche Flüge kann das FastFlight-Verfahren des LBA (SAIL II VLOS, seit Dezember 2025) den Zugang zur spezifischen Kategorie erleichtern.

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