Kurze Antwort: Ja, in Freiburg im Breisgau darf man grundsätzlich eine Drohne fliegen — allerdings mit besonderen Einschränkungen. Der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg (BSL/MLH/EAP) liegt etwa 60 km südlich, und seine An- und Abflugverfahren können den südlichen Freiburger Luftraum beeinflussen. Die Lage am Westrand des Schwarzwalds bringt zahlreiche Naturschutzgebiete ins Spiel, und die unmittelbare Nähe zur französischen Grenze erfordert grenzüberschreitende Aufmerksamkeit. LBA-Registrierung, Versicherung und Geo-Zonen-Prüfung sind Pflicht.
In Freiburg gelten die EU-Drohnenvorschriften nach der Durchführungsverordnung 2019/947. Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) ist die zuständige nationale Behörde. Baden-Württemberg hat keine landesspezifischen Drohnengesetze über das Bundesrecht (LuftVO, LuftVG) hinaus.
Flüge in der offenen Kategorie sind unter 120 m Höhe und in Sichtweite (VLOS) möglich. Die Unterkategorien A1, A2 und A3 regeln den Abstand zu unbeteiligten Personen. Die Schwarzwald-Topografie mit ihren Tälern und Erhebungen beeinflusst die effektive Flughöhe — die 120-m-Grenze gilt über Grund, nicht über dem Meeresspiegel.
Jeder Drohnenbetreiber muss sich auf lba-openuav.de registrieren (€20 Privatpersonen, €50 Unternehmen). Die e-ID muss sichtbar an der Drohne angebracht werden. Der A1/A3-Kompetenznachweis ist für Drohnen ab 250 g oder mit Kamera Pflicht (Online-Prüfung, €25). Der A2-Kenntnisnachweis erfordert eine Prüfung bei einer anerkannten Stelle (€200-€890, plus €30 LBA-Gebühr).
Der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg liegt etwa 60 km südlich von Freiburg auf französischem Territorium (bei Saint-Louis). Obwohl der Flughafen nicht in unmittelbarer Nähe liegt, können seine nördlichen An- und Abflugverfahren den südlichen Freiburger Luftraum beeinflussen — insbesondere im Bereich des Markgräflerlandes.
Die CTR des EuroAirport reicht nicht bis nach Freiburg selbst. Jedoch können temporäre Beschränkungen (NOTAM) und Anflugkorridore bei bestimmten Windlagen und Verkehrsaufkommen relevant werden. Der Flugplatz Bremgarten (EDTG) — ein ehemaliger Militärflugplatz südlich von Freiburg — kann als Sonderlandeplatz lokale Beschränkungen erzeugen.
Die französische Grenze liegt nur wenige Kilometer westlich von Freiburg — am Rhein. Der Kaiserstuhl und die Rheinebene westlich der Stadt reichen bis an die Grenze. Bei Flügen in der westlichen Rheinebene ist zu beachten, dass ab der Grenze die französischen Drohnenvorschriften gelten (DGAC als zuständige Behörde).
Obwohl die EU-Drohnenverordnung 2019/947 in beiden Ländern gilt, hat Frankreich eigene geografische Zonen und ergänzende nationale Regelungen veröffentlicht. Die deutschen LBA-Registrierung wird anerkannt, aber die französischen Geo-Zonen (über Geoportail oder AIP Drones) müssen bei grenzüberschreitenden Flügen beachtet werden. Die Schweizer Grenze (südlich, bei Basel) erfordert zusätzlich die Beachtung der BAZL-Vorschriften (nicht-EU).
Freiburg liegt am westlichen Eingang zum Schwarzwald. Die umliegenden Schwarzwaldhöhen — Schauinsland (1.284 m), Rosskopf, Kybfelsen — bieten landschaftlich spektakuläre Perspektiven für Drohnenaufnahmen, stehen aber teilweise unter strengem Naturschutz.
Der Naturpark Südschwarzwald — einer der größten Naturparks Deutschlands — umgibt Freiburg von Osten und Süden. Innerhalb des Naturparks gibt es zahlreiche Kernzonen (Bannwälder, Schonwälder) und ausgewiesene Naturschutzgebiete, in denen Drohnenflüge ohne Sondergenehmigung verboten sind. Besonders betroffen sind: das Feldberggebiet (Naturschutzgebiet seit 1937), das Zastlertal, Teile des Höllentals und die Moore auf den Schwarzwaldhöhen.
Die genauen Grenzen der Schutzgebiete sind beim Regierungspräsidium Freiburg oder dem Landesamt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) zu erfragen. Auch außerhalb von Naturschutzgebieten ist in Landschaftsschutzgebieten besondere Rücksichtnahme geboten — insbesondere auf störempfindliche Tierarten (Auerhühner, Wanderfalken).
Das Freiburger Münster — eine gotische Kathedrale mit dem als schönster Turm der Christenheit bezeichneten Kirchturm — ist das Wahrzeichen der Stadt. Der Münsterplatz mit seinem täglichen Markt ist durchgehend stark frequentiert. Drohnenflüge über dem Münsterplatz sind wegen der Menschenansammlungen in der offenen Kategorie nicht regelkonform.
Die Freiburger Altstadt — mit den Bächle (offenen Wasserläufen), der Kaiser-Joseph-Straße, dem Augustinerplatz und dem Schwabentor — ist touristisch intensiv besucht. Die dichte Bebauung und die schmalen Gassen lassen kaum regelkonforme Flüge zu. Die Universität Freiburg ist über das Stadtgebiet verteilt; einzelne Forschungseinrichtungen können eigene Beschränkungen haben.
Eine Drohnen-Haftpflichtversicherung ist in Deutschland ohne Ausnahme Pflicht. Fliegen ohne gültige Versicherung ist eine Ordnungswidrigkeit nach LuftVG. Prüfen Sie, ob Ihre Versicherung auch Flüge im angrenzenden Frankreich und in der Schweiz abdeckt, wenn Sie in der grenznahen Rheinebene fliegen.
Verstöße werden nach LuftVG §§58 und 59 mit Bußgeldern von bis zu €50.000 geahndet. Bei Verstößen in Naturschutzgebieten des Schwarzwalds können zusätzliche Bußgelder nach dem Naturschutzrecht Baden-Württembergs verhängt werden. Die Polizei Baden-Württemberg und die Naturschutzbehörden überwachen die Einhaltung der Vorschriften — insbesondere im Feldberggebiet und in touristisch frequentierten Schwarzwaldtälern.
Geeignete Fluggebiete finden sich vor allem in der Rheinebene westlich und nördlich von Freiburg: landwirtschaftliche Flächen in Richtung Emmendingen, Herbolzheim und Kenzingen (jeweils außerhalb von Naturschutzgebieten und fernab der französischen Grenze). Auch der Kaiserstuhl bietet offene Reblandschaften — prüfen Sie jedoch den Status der Naturschutzgebiete am Kaiserstuhl (z. B. Badberg). Die Schwarzwaldhöhen östlich erfordern sorgfältige Prüfung auf Naturschutzstatus.
Nutzen Sie die DFS-App oder das LBA-Geo-Zonen-Portal, um die aktuellen Einschränkungen — einschließlich BSL-Anflugverfahren, Naturschutzgebiete und temporäre NOTAM — vor Ihrem Flug zu prüfen.
Freiburg stellt Drohnenpiloten vor eine reizvolle, aber komplexe Situation: Die Schwarzwald-Topografie mit ihren Naturschutzgebieten, die unmittelbare Grenzlage zu Frankreich und die lebhafte Altstadt erfordern besondere Sorgfalt. Mit ordnungsgemäßer LBA-Registrierung auf lba-openuav.de, gültiger Versicherung und sorgfältiger Prüfung der Geo-Zonen und Schutzgebiete nach LuftVO §21h ist regelkonformes Fliegen in der Freiburger Rheinebene und an ausgewählten Schwarzwaldstandorten jedoch möglich.
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